Das Lied der Kindheit

Ein Gedicht von Inge Gottlieber-Kladosek
Aus: Bund Steirischer Heimatdichter, Gedichte und Geschichten, Band 13.

Wo sind die Zeiten,
einst waren sie da,
zum Sein und Haben,
war vieles sehr rar
und doch klang ein Lied,
ganz leise im Raum,
dort sang ein Junge,
man hörte ihn kaum.

Wie sanft war sein Lied,
ein Jahr, das verging
und ehe man sah,
ein nächstes dahin.
Er wollte wachsen,
noch war er zu klein,
groß wie die Andern,
so wollte er sein.

Der kleine Junge
wuchs langsam heran,
endlich nun war er
erwachsen, ein Mann.
Es stieg der Wohlstand,
die eile zugleich,
sie machte ihn alt,
die Haare gebleicht.

Wo sind die Zeiten,
so saß er nun da,
vieles zum Leben
war damals sehr rar
und doch klang sein Lied
mit Zeit durch den Raum,
einmal noch klein sein,
das war nun sein Traum.

Ein Dreirad auf einer Straße