Der letzte Lehrbua

Kaiser Franz Josef trug sie für die Jagd, heute trifft man sie in der Disco: Die Lederhose ist zeitlos.

Traditionelle Trachten stehen in einem engen Bezug zur Region, in der sie sich entwickelt haben. Über Jahrhunderte perfektionierten Menschen im Alpenraum die künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten, die zur Herstellung hochwertiger Kleidung notwendig sind. Einer, der in der Steiermark ein spezifisches Handwerk der Trachtenfertigung mit Geschick und Erfolg weiterführt, ist der Säckler Josef Klein. Das Handwerk des Säcklers – eine aussterbende Zunft – geht auf die Erzeugung von Säcken aus tierischen Häuten zurück und wurde in späterer Folge um die Fertigung von „ledernem Beinkleid“ erweitert. „Unser Ziel ist es“, so Klein, „dieses traditionsreiche und für unsere Heimat so typische Handwerk zu erhalten und zu beleben. Unser großer Kundenstamm zeigt uns, dass Qualität heute nach wie vor geschätzt wird.“

In der Steiermark wird die Lederhose aus Hirsch- oder Gamsleder gefertigt. Zwei Felle vom Hirsch oder vier von der Gams sind dafür notwendig, wobei das Leder sämisch gegerbt wird, was es besonders weich macht. Die steirische Lederhose ist zudem an ihrer grünen Stickerei und der geraden Gesäßnaht erkennbar.

Gelernt hat Klein das Handwerk als letzter „Lehrbua“ bei einem Meister in Gröbming. „Ich war ehrgeizig und hab mich schon mit 20 selbstständig gemacht.“, lacht Klein. Das ist über 30 Jahre her und inzwischen gibt es sogar eine Warteliste, so beliebt sind die Klein-Lederhosen. Kein Wunder, ist die Lederhose wohl einer der beständigsten Trends der Modewelt.

AutorInnen: Theresa Maier, Bernd Prettenthaler / Eva Heizmann, Monika Primas (Volkskultur Steiermark GmbH)