Die längsten Palmbuschen

Bis zu 15 Meter Höhe erreichen die Palmbuschen in Haus im Ennstal und jährlich werden die längsten prämiert.

Am Palmsonntag geht es im obersteirischen Ort „hoch“ her, wenn die ortsansässigen Buben ihre riesigen Palmbuschen zur Segnung tragen. Teilweise marschieren sie bis zu einer halben Stunde zu Fuß zum Schlossplatz, denn der Transport mit dem Auto ist bei dieser Länge nicht möglich. Nach überlieferter Art werden an einem langen Haselnussstecken Palmkatzerlzweige mit Spagat festgebunden und der Buschen mit bunten Krepppapier-Bändern und kleinen Äpfelchen geschmückt. Hie und da kommen noch Buchsbaumzweige hinzu, die für den grünen Aufputz sorgen. „Bei uns ist es der Brauch, dass die Palmbuschen, welche die Buben zur Segnung bringen, von ihren Großvätern gebunden werden. Das war schon so, als mein Großvater für mich den Palmbuschen gemacht hat, und mein Vater hat die Buschen für meine Buben gerichtet!“, so Peter Fuchs, Pfarrgemeinderat und Vater zweier ehemaliger Buschenträger. Und ganz wichtig dabei: „Je höher die Stange, um so kleiner muss der aufgebundene Palmbuschen sein.“ erklärt Fuchs weiter. Ist es doch ein Balanceakt, den so mancher kleinere oder größere Bursch – meist unterstützt vom Vater – hier zu vollziehen hat. Vor allem, wenn es nach der Segnung und einer Prozession in die Kirche geht. Durch geschicktes „Umlegen und Einfädeln“ muss der Palmbuschen dann in den Kirchenraum gebracht werden. Und es zahlt sich aus, denn am Ende der Messfeier werden die fünf längsten Palmbuschen prämiert und die Palmträger mit einer großen Tafel Schokolade belohnt.

Foto: Dekanatsmuseum Haus im Ennstal / Karin Binder

AutorInnen: Theresa Maier, Bernd Prettenthaler / Eva Heizmann, Monika Primas (Volkskultur Steiermark GmbH)

2019-09-10T10:14:27+01:0025.04.2019|Brauchtum, Geschichten, Volkskultur Steiermark|