Frauenpower im Zirbenland

Die Zirbe hat einen hohen Stellenwert im Obdacher Handwerksbetrieb von Claudia und Andrea Baumgartner.

Eine ungewöhnliche, aber durchaus sinnstiftende Kombination von Tätigkeitsfeldern findet sich in der Tischlereiwerkstätte Baumgartner in Obdach, beinhaltet dieser von zwei Schwestern geführte Betrieb doch auch ein Bestattungsunternehmen. Somit werden hier ganz besondere Dienste geboten: nicht nur qualitativ hochwertige Werkstücke werden kreiert und gefertigt, sondern die Menschen in der Region auch von der Geburt bis zum Tod begleitet – von der Kinderwiege bis zum letzten Gebettet-Sein im Sarg. Seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1899 gestalten sich die Rohmaterialien unverändert, denn neben der heimischen Fichte wird seit jeher zum größten Teil die ortstypische Zirbe verwendet.

Die positive Wirkung auf den Menschen hat das Zirbenholz schon in damaliger Zeit entfaltet. Der aromatische Duft beeinflusst Wohlbefinden und Gesundheit. Die Zirbe ist ein ganz besonderes Gehölz, das auf 1400 bis 2500m Seehöhe wächst – höher als jede andere Art. Durch ihr ausgreifendes Wurzelsystem übertrifft sie an Standfestigkeit alle heimischen Nadelhölzer. Sie wächst langsam und kann bis zu 1200 Jahre alt werden. Die wohltuenden Kräfte der Zirbe finden sich auch im Zirbenöl und -harz oder in Verwendung des Zirbenzapfens beim Herstellen von Zirbenschnaps. Wohltuend klingt auch das Anliegen der Schwestern Baumgartner: „Es ist uns besonders wichtig mit regionalen, hochwertigen Rohstoffen, wie der Zirbe, den Menschen beste Qualität in jeglicher Hinsicht anzubieten.“

AutorInnen: Theresa Maier, Bernd Prettenthaler / Eva Heizmann, Monika Primas (Volkskultur Steiermark GmbH)

2019-09-10T10:14:11+01:0025.04.2019|Allgemein, Geschichten, Handwerk, Volkskultur Steiermark|