Herzensstücke aus Holz

Der Nasenflötenbauer und -sammler Heinrich Handler

Das Basteln hat er wohl von seinem Vater, die Liebe zum Musikalischen vielleicht vonseiten seiner Mutter. Sein Weg führte von einer Jugend in der Zeit des zweiten Weltkriegs über die hauptberufliche Tätigkeit als Schlosser hin zum hobbymäßigen, schließlich nebenberuflichen, jedenfalls aber leidenschaftlichen Bauen von eigenen, meist hölzernen, Hosensackinstrumenten.

 

Bereits in den 1930ern lernte der in Steinhaus am Semmering geborene Heinrich Handler Nasenflöten aus Metall auf Kirtagen kennen. Wie auch die Mundharmonika hatte man diese ihm zufolge als „junger Bursch“ stets im Hosensack dabei. Seine Tätigkeit als Instrumentenbauer nahm er jedoch erst wesentlich später auf: Nachdem für seine Tochter ein Traum wahr wurde, als sie Ende der 1980er eine Harfe in einer Fernsehsendung von Sepp Forcher gewann, musste besagtes Instrument auch irgendwann gewartet werden. Und so kam Heinrich Handler gemeinsam mit seinem Enkelsohn zur Handwerkstätte Markt Wald im Unterallgäu, wo sie schließlich auch eine Harfe sowie ein Bassettl unter Anleitung selbst bauten. Auch Nasenflöten waren in der Handwerkstätte als „historische Instrumente“ vertreten. Von da an tüftelte Heinrich Handler schließlich an eigenen kleinen Nasenflöten und Musiklöffeln und entwickelte – mithilfe von Tipps aus der Handwerkstätte Markt Wald sowie durchs eigene kreative Ausprobieren – eigene, elegante Nasenflöten- und Musiklöffelmodelle aus Holz.

Er selbst wagte sich mit 70 Jahren daran, noch ein Instrument zu erlernen: Steirische Harmonika im Selbststudium nach der Schule von Max Rosenzopf. In einer Gruppe, die er liebevoll die „Spätlese-Musik“ nennt, wird wöchentlich gemeinsam musiziert – mit Steirischer, Bassgeige und der Gitarre der Tochter. Aber auch die kleinen Instrumente spielen bei solchen Musiziertreffen eine große Rolle, denn gerne nimmt der Instrumentenbauer dabei auch seine selbstgebauten Nasenflöten oder eine Maultrommel aus seiner Sammlung zur Hand, oder er „spielt sich mit der Okarina“, wie er schmunzelnd meint.

Text: Johanna Trummer

Dieses „G’schichtl“ ist ein Auszug aus dem gleichnamigen Lebensbild von Johanna Trummer aus dem Vierzeiler, der Vereinszeitschrift des Steirischen Volksliedwerks (Ausgabe 1/2019).

Heinrich Handler. © Steirisches Volksliedwerk/Trummer