Der Schneidertag

„Nadel, Zwirn und Fingerhut“ – mehr benötigte ein Schneider nicht, um aus Stoff Kleider zu fertigen.

Bekleidung ist seit jeher überaus bedeutend, wenn es um kulturelle Identität geht. Dabei ist es vor allem die Tracht, welche Tradition und Vielfalt einer Region wiederspiegelt sowie überliefert. Doch langsam verschwinden viele Handwerks- und Handarbeitstechniken, die zur Herstellung von Kleidung notwendig sind. Wer heutzutage wieder einen Schneider anstatt einen Discounter aufsucht, hat den großen Vorteil, persönlich am Entstehen des Gewandes direkt teilzuhaben. „Der Kunde sieht das Stück wachsen“, erklärt Herrenkleidermacher Martin Rossmann. „Er lässt seine Wünsche einfließen, kann das Material aussuchen, legt fest, was er betonen oder kaschieren möchte.“ Engagierten Handwerkern sind vor allem regionale Wertschöpfung, Nachhaltigkeit, verantwortungsvolle Fertigung und die Langlebigkeit von Produkten ein besonderes Anliegen. Tracht in Maßfertigung kann über Generationen hinweg getragen werden.

Foto: Herrenkleidermacher Martin Rossmann wird auch in Stübing vertreten sein.

AutorInnen: Theresa Maier, Bernd Prettenthaler / Eva Heizmann, Monika Primas (Volkskultur Steiermark GmbH)