Taubenschießen in Altaussee

Nicht zu verwechseln mit dem Tontaubenschießen ist das überlieferte Schießen mit einer Holztaube im Ausseerland.

Vom ersten Sonntag nach Allerheiligen bis zum Fasching ist in Altaussee im wahrsten Sinn des Wortes „Schusssaison“. Im Mittelpunkt dieser ganz besonderen Tradition steht als Schussobjekt eine hölzerne Taube. Sie wiegt etwa zwei Kilo und ist an einer rund acht Meter langen, frei hängenden Kette befestigt. Geschossen wird auf eine Papierscheibe. Der Schütze steht dazu auf einem ca. ein Meter hohem Podest und bekommt von einem „Aufigeber“ die Taube gereicht. Mit einer Schnur, die am Schwanzende der Taube befestigt ist, visiert der Schütze die Scheibe an und lässt die Schnur los. „Die Taube schwingt nun durch die Pendelbewegung in Richtung Zielscheibe und bleibt dort stecken.“, erklärt die Altausseerin Monika Gaiswinkler, die sich intensiv mit der Geschichte dieses Schießsportes beschäftigt hat. „Wann und wo das Taubenschießen erfunden wurde, lässt sich nicht mehr genau feststellen,“, erzählt sie, „man weiß jedoch, dass diese Unterhaltung im östlichen Alpenraum einst weit verbreitet war.“ Wurde diese „Sportart“ früher auf Bauernhöfen ausgeübt, ist sie zumindest seit dem Jahr 1923 beim Schneiderwirt verortet. Seit damals wird in Altaussee mit zwischenzeitlichen Unterbrechungen bis heute der Tradition des Taubenschießens nachgegangen. Mit der Aufnahme in die österreichische Liste immateriellen Kulturerbes der UNESCO im Jahr 2016 erfuhr dieses Brauchtum eine besondere Wertschätzung.

AutorInnen: Theresa Maier, Bernd Prettenthaler / Eva Heizmann, Monika Primas (Volkskultur Steiermark GmbH)

2019-09-10T10:14:21+01:0025.04.2019|Allgemein, Brauchtum, Geschichten, Volkskultur Steiermark|