Der Thomasnikolo-Umzug

Der Thomasniklo – ein überlieferter Brauch zur längsten Nacht im Jahr, der in Gams bei Hieflau weiterlebt.

Der Thomastag am 21. Dezember leitet mit der längsten Nacht des Jahres nicht nur den Beginn der Raunächte ein, sondern bringt mit einem ganz speziellen Brauch auch Lebendigkeit und Licht in die Dunkelheit. Dieser Tag geht auf den „ungläubigen Thomas“ zurück. Der Apostel glaubte nämlich erst an die Auferstehung Jesu, als er nach der Erscheinung von Jesus seine Finger in dessen Wunden legen konnte. Nachdem Thomas das Wunder am längsten anzweifelte, wurde ihm die längste Nacht im Jahreskreislauf zuteil. Hinter diesem Tag verbirgt sich auch das Brauchtum des „Thomasniklo“, das in der Gemeinde Gams bei Hieflau seit nunmehr fast 50 Jahren wieder ausgeübt wird. Den Grundgedanken des Thomasniklo-Umzuges repräsentieren eigenwillige Figuren, die von einigen Krampussen begleitet werden: der weiße Thomas als Lichtbringer, der heilige Thomas in Bischofsgestalt, dessen vier Schellen am Stab die vier Jahreszeiten symbolisieren, der Sackträger, die Nikolofrau, der Greis als Symbol für das alte Jahr und die als Vogelgestalt auftretende Thomashutzn. „In den 70er Jahren stellten wir auf Wunsch eines Fernsehteams eine Gruppe zusammen, mit der wir – nach mündlicher Überlieferung unserer Vorfahren – diesen, für unsere Region so typischen, aber bereits in Vergessenheit geratenen Brauch wieder aufleben ließen. Seither ist er fixer Bestandteil im Advent.“, so Sonja Edlinger, Mitbegründerin der Thomasgruppe.

AutorInnen: Theresa Maier, Bernd Prettenthaler / Eva Heizmann, Monika Primas (Volkskultur Steiermark GmbH)

2019-09-10T10:14:16+01:0025.04.2019|Brauchtum, Geschichten, Volkskultur Steiermark|